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PE: Grablegung eines Antidemokraten kann kein Ort der Demokratiegeschichte sein

(C) DIE LINKE.
Das Grab Paul von Hindenburgs in der Marburger Elisabethkirche.
Zwei Grabplatten vor einer Wand mit Messingbeschlägen in einer dunklen Ecke.

Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) hat die Grablege von Paul von Hindenburg in der Marburger Elisabethkirche in einer Liste der „Lern- und Erinnerungsorte der Demokratiegeschichte in Hessen“ aufgenommen. Dazu erklärt Jan Schalauske, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Abgeordneter aus Marburg:

„Hindenburg war ein Wegbereiter des Faschismus. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler hat er die Machtübertragung an die Nationalsozialisten herbeigeführt. Als Chef der Obersten Heeresleitung trägt er die Verantwortung für Millionen von Toten im Ersten Weltkrieg. Die Feststellung, dass eine demokratische Wahl niemanden automatisch zum Demokraten macht, sollte eigentlich zum Kanon demokratischer politischer Bildungsarbeit gehören. Während in vielen Städten Deutschlands Hindenburgstraßen umbenannt werden, soll in Hessen und in Marburg ausgerechnet durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) die Grablegung eines Antidemokraten zu einem Ort der Demokratiegeschichte umgedeutet werden.“

Gerade in Zeiten, in denen die äußerste Rechte Geschichtsrevisionismus betreibe und der gewaltbereite Rechtsextremismus erstarke, seien die demokratischen Institutionen der politischen Bildung besonders gefordert, einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte zu pflegen.

„DIE LINKE hält die Herangehensweise, das Grab von Hindenburg in der Marburger Elisabethkirche zu einem Ort der Demokratiegeschichte in Hessen umzudeuten für inakzeptabel, problematisch und unhaltbar. Als Mitglied des Kuratoriums habe ich in zwei Sitzungen des Kuratoriums diese Einordnung deutlich hinterfragt, problematisiert und für nicht akzeptabel erklärt. Diese Einordnung ist geeignet, dem Ruf und dem Ansehen der HLZ als demokratische und überparteiliche Bildungsinstitution zu schaden. Ich bleibe empört über diese Entscheidung in der Zuständigkeit des Referats des Direktors der HLZ und teile die Forderung des Historikers Prof. Eckart Conze, dass das Hindenburg-Grab von dieser Liste gestrichen werden muss.

Die Landesregierung muss sich dringend die Frage stellen, ob ein verantwortlicher Direktor, der eine offensichtlich solch gravierende Fehlentscheidung getroffen hat, überhaupt tragbar ist.“