Veranstaltung „Sorgende Städte“ am 23.09. im TTZ

„Das Leben ins Zentrum stellen!“ Dies fordern feministische Bewegungen weltweit. Aber

wie kann das gehen, wo doch die Realität völlig anders aussieht:

Städtische und öffentliche Einrichtungen der Daseinsvorsorge werden immer weiter abgebaut, der Markt ersetzt sie kaum und wenn, zu viel zu hohen Preisen. 

Immer mehr Aufgaben – insbesondere bei der Kinderbetreuung, Bildung, Pflege, Gesundheitsversorgung und Assistenz – müssen daher privat und in den eigenen vier Wänden übernommen werden, vorwiegend von Frauen. Dieser Raum wird angesichts steigender Mieten außerdem immer enger und unsicherer. Damit werden wir uns nicht abfinden.

Wir akzeptieren nicht, dass sich unter dem Deckmantel angeblich alternativloser Kürzungen unser Alltag verschlechtern soll. Dass Teile der Wohnungslosenhilfe und der Kostenfreie Schwimmbadbesuch in den Sommerferien und die kostenfreie Kita in Marburg auf dem Spiel stehen. Dass Kinderspielplätze nicht repariert werden oder gar nicht erst gebaut werden. Dass Vereine und die Zivilgesellschaft um die Finanzierung ihrer Räume bangen, während Leerstand immer weiter zu nimmt.
 

Wir wollen ein Marburg für Alle, in dem unser Leben im Mittelpunkt steht! 

Wie könnte ein Marburg aussehen, das das Wohl der Vielen zum Ziel hat und Care-Arbeit wertschätzt? Wie müssen Institutionen aussehen, in denen wir demokratisch darüber entscheiden, wie Sorgearbeit organisiert werden kann - jenseits bestehender Geschlechterrollen -, und in   denen alle Bedürfnisse zu ihrem Recht kommt? Und wie lassen sich sowohl konkrete Verbesserungen im Alltag erreichen als auch eine grundlegende Gesellschaftsveränderung einleiten?

Eine echte Lösung kann es nur geben, wenn Sorgearbeit vergesellschaftet und demokratisch organisiert wird. Jede linke Strategie braucht drei Elemente: eine Analyse und Kritik der Gegenwart, die klare Vision einer besseren Zukunft und konkrete Angebote, um von einem zum anderen zu kommen. 

In diesem Sinne öffnet das Konzept der „Sorgenden Städte“ den Horizont für einen linken Feminismus. Die (Sorge-)Bedürfnisse aller Bewohner*innen stehen im Zentrum und werden demokratisch ausgehandelt. Es geht um Einstiegsprojekte einer feministisch-sozialistischen Kommunalpolitik, die dort anse zen, wo die alltägliche Care-Krise stattfindet und überwunden werden kann. Denn erste Schritte lassen sich am besten lokal erstreiten, dort wo Menschen sorgen und Sorge em fangen. Eine Strategie für das Heute und das Morgen.
 

Für ein Marburg für Alle:
Solidarisch, sorgend, gerecht.
 

Kümmern statt Kürzen!

Komm vorbei!