Illegales Fechtduell in Marburg?

Vor einem halben Jahr wurde der Linken zugetragen, dass in Marburg möglicherweise ein illegales Duell, ein sogenannter „Ehrenhändel“ stattgefunden hat. Daraufhin wurde vom Kreisverband der Linken dieser Vorfall angezeigt. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Das besagte Duell soll am 15. August 2025 in der Lutherstraße 14 zwischen dem Corps Hasso-Nassovia und der Hasso Borussia stattgefunden haben. Der Linken Marburg-Biedenkopf liegt eine Fechtaufforderung vor, aus der hervor geht, dass die Aufforderung zu diesem Duell aufgrund absurder Ehrverletzungen ausgesprochen wurde.

Wegen mangelnder Beweise wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft entschieden, kein Ermittlungsverfahren aufzunehmen. Die späte Meldung über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft begründet diese mit einem arten auf das eigenständige Melden von Zeugen oder Betroffenen. Miriam Stoll (Kreisvorsitzende): „Wir kritisieren, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Fall freundlich auf Zeugen oder Betroffene wartet, statt Hinweisen und dem bestehenden Anfangsverdacht nachzugehen. Es ist fatal, wenn auf den Häusern der Studentenverbindungen verbotene Ehrduelle stattfinden und diese gefährliche Praxis nicht unterbunden wird.“

Ehrduelle sind in Deutschland strafbar. So wurde in einem BGH-Urteil von 1953 klar unterschieden zwischen legalen und illegalen Mensuren. Letztere sind Duelle zur Lösung von Ehrstreitigkeiten sog. Ehrenhändel. Die Mensur – ohne Ehrbezug - wurde damals nicht verboten, da diese nach damaligen Maßstäben nicht als sittenwidrig galt. Ob diese Einschätzung in Bezug auf die noch legale Mensur auch heute zutreffen würde, sei dahin gestellt. Ehrduelle sind jedenfalls strafbar.

Miriam Stoll (Kreisvorsitzende): „Die Linke bleibt am Thema dran. Das Ermittlungsverfahren wurde nicht eingeleitet, da die vorliegenden Beweise nicht ausreichend waren. Ehrduelle sind weiterhin illegal. Wir lassen es nicht zu, dass in Marburg gewalttätige Männerbünde denken, dass für sie andere Gesetze gelten. Wir bleiben ungemütlich für Burschenschafter und Korporierte in Marburg und stellen uns gegen rechte Netzwerke und ihre kriminellen Machenschaften.“

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