Aktuelles aus dem Ortsverband Wetter
April 2026 – Woran wir in Wetter gearbeitet haben
Im April haben wir uns im Ortsverband Wetter intensiv mit zentralen Themen für unsere Stadt und den Nordkreis Marburg-Biedenkopf beschäftigt. Im Fokus stand dabei vor allem die Frage, wie ein gutes, gerechtes und zukunftsfähiges Leben vor Ort konkret aussehen kann.
Ein wichtiger Schwerpunkt war die sanfte Mobilität in Wetter und der Region. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, wie Menschen sicher und alltagstauglich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein können. Dabei wurde schnell deutlich: Gerade bei den Fahrradverbindungen bestehen weiterhin große Lücken. Die Anbindung der Kernstadt an die Ortsteile ist an vielen Stellen unzureichend, Wege sind nicht durchgängig sicher oder enden abrupt. Hier sehen wir konkreten Handlungsbedarf, um Mobilität für alle zu verbessern – unabhängig vom Auto.
Ein weiteres zentrales Thema war die Arbeit an einem Positionspapier zur kommunalen Bedeutung der kommenden Landtags- und Bundestagswahl. Uns ist wichtig zu zeigen, dass große politische Entscheidungen direkte Auswirkungen auf das Leben in Wetter haben. Die aktuelle Steuerpolitik trägt maßgeblich zur finanziellen Not vieler Kommunen bei – auch unsere Stadt ist davon betroffen.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns intensiv mit dem Ansatz „Tax the Rich“ beschäftigt. Für uns bedeutet das auch die Einführung einer Vermögenssteuer und eine insgesamt gerechtere Besteuerung großer Vermögen und hoher Einkommen. Dadurch könnte mehr Geld bei den Kommunen ankommen und neue Handlungsspielräume entstehen.
Für Wetter würde das konkret bedeuten: eine stabilere, verlässliche Haushaltslage und die Möglichkeit, einen Haushalt tatsächlich zu verabschieden, der den realen Bedürfnissen der Stadt gerecht wird. Gleichzeitig würden Investitionen in wichtige Projekte wieder realistischer – etwa beim Neubau der Stadthalle, der bislang an finanziellen Grenzen scheitert, beim langfristigen Erhalt des Hallenbads oder auch – mit Blick auf den Klimawandel – bei der Perspektive eines Freibads.
In diesem Zusammenhang haben wir auch diskutiert, was solidarische Wirtschaft konkret für Wetter heißen kann. Wie können lokale Strukturen gestärkt werden? Wie schaffen wir gute Arbeit, soziale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung? Ein Beispiel aus unseren Überlegungen sind Ideen zur Belebung der Fuhrstraße: Leerstehende Geschäfte könnten für gemeinschaftlich organisierte, solidarische Projekte genutzt werden und so wieder Leben in die Innenstadt bringen.
Neben den inhaltlichen Themen haben wir auch an unserer Vernetzung für ein buntes, vielfältiges und antifaschistisches Wetter gearbeitet. Für uns ist klar: Unsere Stadt soll ein Ort sein, an dem alle Menschen ohne Angst leben können – unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensweise. Dafür braucht es eine klare Haltung gegen rechte Ideologien und eine starke Zivilgesellschaft.
In den kommenden Monaten werden wir diese Themen weiter ausarbeiten und in den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern gehen. Unser Ziel ist es, Zusammenhänge verständlich zu machen und gemeinsam Perspektiven für ein solidarisches Wetter zu entwickeln.
