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6. Studierende und Universität

Die Universität ist mit rund 24.000 Studierenden und etwa 4.500 Beschäftigten die zweitgrößte Arbeitgeberin in Marburg. Studierende machen fast ein Drittel der Marburger Bevölkerung aus. Mit ihren zahlreichen Alt- und Neubauten prägt und verändert die Universität das Stadtbild.

Aufgrund unzureichender Landesgelder ist die Universität seit Jahren in eine bedenkliche Schieflage geraten, die sich mittelfristig auch negativ auf die ganze Stadt auswirken könnte. Prekäre Arbeitsverhältnisse und verschlechterte Studienbedingungen wirken sich nicht nur negativ auf die Entwicklung der Kaufkraft, sondern auch auf das gesamte soziale und kulturelle Leben aus, das auch von den Angehörigen der Universität geprägt wird. Das politische, soziale und ökologische Engagement vieler Mitglieder der Universität ist ein wichtiger Faktor für den sozialen Fortschritt in Marburg. Initiativen wie „Afföller retten“ zeigen das.

Als Institution hat die Universität aber auch Verpflichtungen gegenüber der Stadt für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, die sie oft unzureichend wahrnimmt.

Die Corona-Krise hat die Bedingungen für Studierende nochmals enorm erschwert: Die Zahl der Studienabbrecher*innen steigt, Verdienstmöglichkeiten zur Finanzierung des Studiums sind vielerorts weggefallen. Erstsemester finden nur schwer einen Zugang zum Studium oder ihren Kommiliton*innen; Seminare und Vorlesungen finden häufig nur noch digital statt. Studienbetreuung gibt es weitgehend per E-Mail, die Bibliothek ist schwerer nutzbar. Auch studentische Initiativen können fast nur noch digitale Veranstaltungen durchführen. Ein erfolgreiches Studium ist so für viele unter diesen Bedingungen kaum mehr möglich.

Umso wichtiger ist es gerade aktuell, Errungenschaften wie demokratische Wissenschaft und Gleichberechtigung zu verteidigen. Themen wie Friedensforschung, Klimawende, solidarische Wirtschaft und Gesellschaft gehören auf den Lehrplan.

Die Marburger Linke fordert:

  • rasche und unbürokratische Unterstützung von Studierenden bei finanziellen Notlagen; Auflegung eines Soforthilfeprogramms ohne Bedürftigkeitsprüfung;
  • Schaffung von studentischem Wohnraum zu sozialen Mieten; Förderung der Selbstverwaltung von studentischem Wohnen;
  • Einrichtung eines Studierendenbeirats unter Federführung des Studierendenparlaments und des AStA, um die Interessen der Studierenden in der Stadtentwicklung besser berücksichtigen zu können;
  • stärkere Unterstützung studentischer Kultur- und Wohnprojekte in der Stadtpolitik;
  • Öffnung des Bafög für alle Studierenden und Schüler*innen;
  • städtische Unterstützung gegenüber der Landesregierung;
  • Erhalt und Schutz des Alten und des Neuen Botanischen Gartens;
  • umfassender Verzicht der Universität auf direkte oder indirekte militärische Forschung.