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10. Gesundheit ist keine Ware

DIE LINKE. Hessen

Die Versorgung mit Haus- und Fachärzten in der Fläche wird zunehmend kritisch. Das Hinterland – Biedenkopf, Dautphetal und Angelburg – sind dabei an der Spitze der am meisten unterversorgten Städte und Gemeinden in Hessen.

Der Landkreis hat bisher keinerlei Konzepte entwickelt, jungen Ärzten die Niederlassung auf dem Land zu erleichtern. Stipendien für angehende Ärzte werden von einigen Gemeinden diskutiert. Derzeit sind in Biedenkopf von früher 6 Ärzten nur noch 2 tätig; die meisten Fachärzte sind ohnehin nur noch in Marburg angesiedelt.

DIE LINKE fordert mittlerweile seit 10 Jahren die Einrichtung eines vom Landkreis getragenen kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums. Mittlerweile wären wir schon drei solcher kommunalen MVZ notwendig, um die gesamte Fläche des Landkreises mit einem ausreichenden Angebot an Fach- und Hausärzten zu versorgen.

Der Landkreis prüft verschiedene Konzepte, den ärztlichen Notstand zu beseitigen, lehnt aber ein in Eigenregie betriebenes MVZ ab. Als Alternative werden Ärztegenossenschaften diskutiert, die geringfügig bezuschusst werden sollten.

Die Einrichtung Medizinischer Versorgungszentren in öffentlicher Trägerschaft ist jedoch unumgänglich, wenn der Versorgungsnotstand schnell behoben werden soll.

Darüber hinaus hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf ein privatisiertes Uniklinikum, welches nicht aus den Schlagzeilen kommt. Neben fehlender Zeit für die Weiterbildung, Forschung und Lehre kamen auch Brandbriefe von Beschäftigten an die Öffentlichkeit. Oberärzte der Kinderklinik Marburg beschwerten sich über Belas­tung und schlechte Patientenversorgung. Schon jetzt konstatieren Mitarbeiter, das Universitätsklinikum sei systematisch von einem Haus der Maximalversorgung hin zu einer Spezialklinik für „lukrative Erkrankungen“ umstrukturiert worden. Zugleich klagten Klinikmitarbeiter über hohe wirtschaftliche Zielvorgaben und gestiegene Arbeitsbelastung. Sie müssten nicht nur Gewinne erwirtschaften, sondern auch die Investitionen aus dem laufenden Betrieb heraus finanzieren. Zudem habe sich die Ausbildung der Studierenden verschlechtert. Das Universitätsklinikum ist mittlerweile zur Handelsware und zum Spekulationsobjekt geworden. Noch weniger Personal, schlechtere Bezahlung und keine Mitbestimmung droht, wenn der Asklepios-Konzern zukünftig das Klinikum übernimmt. Asklepios hat in keiner seiner Kliniken mehr Betriebsräte; Servicepersonal und Kantinen werden häufig in Service-GmbHs ausgelagert. Tarifverträge mit ver.di gibt es in kaum einer Asklepios Klinik.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gilt das Projekt „privatisiertes Uni­klinikum“ als gescheitert. Bürger*innen fordern von der hessi­schen Landesregierung den Rückkauf des UKGM bzw. die Überführung des Uniklinikums in öffentliches Eigentum.

Die Fraktion DIE LINKE im Kreistag unterstützt dabei die vielfältigen Proteste z.B. das Bündnis „Gemeinsam für unser Klinikum“ und Notruf 113, die politische Entscheidungsträger in Hessen mit ihren Protesten unter Druck setzten und beeinflussen.

DIE LINKE im Landkreis setzt sich ein für:

  • die Erstellung eines kreisweiten Gesamtkonzeptes für die ambulante medizinische Versorgung;
  • die Rückführung des Uniklinikums in Gießen und Marburg in öffentliches Eigentum;
  • die Errichtung von regionalen medizinischen Versorgungszentren, die sich am Poliklinik-Modell orientieren und eine umfassende regionale Versorgung gewährleisten.