Solidarität mit den Beschäftigten der Behringwerke!
Resolution des Kreisparteitags der Linken Marburg-Biedenkopf am 6.6.2026
Geht es nach den Konzernspitzen von CSL, Biontech und Nexelis in der Marbach und in Michelbach, werden bald 1.500 Beschäftigte in Marburg ihre Arbeit verlieren.
An erster Stelle mit noch 540 Beschäftigten steht Biontech, das seit 2020 vor allem COVID 19-Impfstoffe produziert und damit über 20 Mrd. Euro Gewinn gemacht hatte. Davon hat das Pharmaunternehmen inzwischen einige andere Unternehmen aufgekauft. Jetzt werden mehre Standorte, darunter die des aufgekauften Konkurrenten Curevac, ebenso geschlossen, wie die Betriebe in Marburg und Idar-Oberstein. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, dass diese enormen Gewinne durch die Arbeit der vielen Beschäftigten, durch 375 Mio. Subventionen und durch die überhöhten Covid-19-Impfstoffpreise auf Kosten der Krankenversicherten ermöglicht wurden. Obwohl noch 17 Mrd. Euro auf der hohen Kante liegen, kennen die Besitzer kein Erbarmen.
Ähnlich verhält es sich bei CSL Behring, wo nach Stellenabbau durch „freiwilliges“ Ausscheiden noch 280 Beschäftigte auf die Straße gesetzt werden. Hier wurde für die Tochterfirma CSL Behring Innovation vor vier Jahren ein 150 Mio. Euro teures Forschungslabor gebaut, ein „Leuchtturm der Biotechnologie“, das jetzt überraschend geschlossen wird. Grund sind nicht niedrige Gewinne, sondern die Entscheidung in der australischen Konzernzentrale, weltweit Personal abzubauen, um die Profitrate noch weiter zu steigern. In Marburg erwirtschafteten die Beschäftigten in den letzten Jahren zwischen 120.000 und 216.000 Gewinn pro Beschäftigten. Das reicht der Geschäftsführung anscheinend nicht.
Wenig Eindruck hat das devote Verhalten des Marburger Magistrats auf die Pharmaunternehmen gemacht. Die sehr unterdurchschnittlichen Gewerbesteuersätze, mit denen sich außer der Linken alle marburger Parteien einzuschleimen versuchten, sind bei den enormen Gewinnen der Branche kaum ins Gewicht gefallen. Biontech investiert gegenwärtig an ihrem Hauptsitz in Mainz, obwohl dort die Gewerbesteuersätze deutlich höher als in Marburg sind. Nicht zu großzügige Ausgaben, sondern die Steuergeschenke haben ein Loch im Marburger Haushalt gerissen.
Der Kreisparteitag der Linken Marburg-Biedenkopf erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen der Entlassungswelle.
Er fordert einen deutlichen Kurswechsel in der Wirtschaftpolitik, indem Übergewinne abgeschöpft werden und ein Verbot von Massenentlassungen bei gewinnbringenden Unternehmen ermöglicht wird.
Die Linke unterstützt die Belegschaften in ihren Kampf gegen die Kündigungen und ruft auf, am 11. Juni an der DGB-Kundgebung am Werkstor in Marbach teilzunehmen.
Die Linke wird im Stadtparlament dafür kämpfen, weitere Steuergeschenke an die großen Konzerne zu verhindern und den Gewerbesteuersatz mindestens auf deutschen Durchschnitt anzuheben.
