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Anja Kerstin Lercher

Armut in einer reichen Stadt

Anja Kerstin Lercher (Platz 11 / Marburger Linke und Platz 5 / DIE LINKE. Marburg-Biedenkopf)
Anja Kerstin Lercher

Gibt es Armutsleugner in Marburg? Fast könnte man es meinen, weil offiziell immer wieder auf Hilfsmaßnahmen und öffentliche Unterstützung verwiesen wird. Aber Armut ist relativ. Sicher muss hierzulande niemand verhungern. Doch zigtausende von Haushalten in der Republik haben zur Kältezeit keine warme Wohnung. Wie sieht es in den schlecht gedämmten Wohnungen am Richtsberg aus? In Marburg lebt jedes fünfte Kind an der Armutsgrenze. Bei der Marburger Tafel mussten sich im vergangenen Jahr rund 900 Familien mit Lebensmitteln versorgen, weil sie die "normalen" Preise nicht bezahlen konnten. Die Kleiderkammer – zeitweilig geschlossen – hat sonst regen Zulauf. Dort kann man sich gut erhaltene Sachen abholen und dazu noch ein geselliges Schwätzchen halten. Denn auch das ist eine dunkle Seite von Armut: Man ist von Vielem ausgeschlossen, was sich so selbstverständlich in der Stadt tut. Und die Zeit der Corona-Krise verschlimmert alles noch.

Die Hilfseinrichtungen sind gut, lösen aber das Problem nur für kurze Zeit. Die Marburger Linke will ein Sozialprogramm, um zu verhindern, dass die Corona-Krise Menschen mit ohnehin wenig Geld noch stärker trifft.

Ihre/Eure Anja Kerstin Lercher