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Renate Bastian und Roland Böhm

PE: Reale Kontaktmöglichkeiten für Jugendliche schaffen – Angebote der Jugendhilfearbeit dringend notwendig – Stadt soll Schnelltest kostenlos bereitstellen

Bereits vor der Corona-Pandemie hatten junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren viel zu wenige Möglichkeiten, sich entspannt zu treffen und mit Gleichaltrigen zu kommunizieren. In Marburg leben laut der Statistik im Sozialbericht der Stadt zurzeit etwa 16 400 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren. Der JuCo2-Bericht Hildesheim hat zutage gebracht, wie sehr sich die Situation für diese Altersgruppe gegenwärtig verschärft hat. Unter den Kontaktbeschränkungen leidet diese Gruppe besonders, zumal sie von den gegenwärtigen Lockerungen weitgehend ausgenommen ist. „Gerade in diesem Lebensabschnitt sind soziale Kontakte wesentlich für die Persönlichkeitsbildung. Es ist daher dringend geboten, nach Möglichkeiten zu suchen, dass Jugendliche sich legal und begleitet mit anderen treffen können“, so Renate Bastian, Fraktionsvorsitzende der Marburger Linken. Eine kontrollierte Öffnung der Jugendangebote in Jugendtreffs, Jugendclubs und Jugendhäusern, wie von Fachleuten mehrfach gefordert, sei daher von großer Bedeutung. Die Regelung, wonach sich mehrere Menschen aus zwei Haushalten treffen können, greife hier nicht. Die Marburger Linke unterstützt daher nachdrücklich die Forderung aus der Jugendsozialarbeit, dass die Stadt gegenüber dem hessischen Sozialministerium die Möglichkeit für die jungen Menschen einfordern muss, sich im Rahmen der erforderlichen Hygienebedingungen treffen können. Dazu müssen seitens der Stadt ausreichend kostenlose Schnelltests zu Verfügung gestellt werden.

Roland Böhm, Sozialexperte der Marburger Linken, verweist auf Mahnungen von Experten, die auf schnelles Handeln drängen:

„Die Teilhabe am öffentlichen Leben entfällt nahezu komplett.

Der Leistungsdruck an Schule ist in der Altersgruppe besonders hoch, gleichzeitig erfahren sie erschwerte Bedingungen und werden in Bezug auf eine Beschulung vor Ort (vor allem Klassen 7–10) als letzte Gruppe berücksichtigt.

Die Vorbereitungen auf den Übergang Schule-Beruf fallen nahezu vollständig weg, Praktika werden abgesagt und Prüfungen verschieben sich.

Viele Haushalte stehen aufgrund der Lockdown-Situation unter erhöhter Stresssituation (berufliche Schwierigkeiten, Betreuung, home-office und home-schooling, Geschwisterkonflikte, private Sorgen, etc.). Auch hier sind Jugendliche verstärkt auf sich allein gestellt.“

„Stadt und Land müssen schnell in die Puschen kommen“ so Böhm wörtlich. „Diese jungen Menschen brauchen eine Lebensperspektive.“