Fragen des Hessischen Rundfunks

1.) Warum sind Sie der/die Richtige für den Bundestag?

Weil ich mich Zeit meines Lebens für soziale Gerechtigkeit , gegen Umweltzerstörung und für Frieden eingesetzt habe – ’69 als SPD-Mitglied für Willy Brandts Entspanungspolitik , gegen den Vietnamkrieg und für Demokratie in Chile , als Gewerkschafter und Leiter einer Hausaufgabenbetreung für Chancengleichheit an den Schulen ,später 15 Jahre lang in der schulischen Förderung und Lehrstellenvermittlung für arbeitslose Jugendliche. Ich bin für Lobbyisten unzugänglich , kein hauptamtlicher Politiker und kann meine reichhaltige berufliche und politische Erfahrung einbringen.

2.) Was möchten Sie für Ihren Wahlkreis erreichen? Wofür wollen Sie sich als Bundestagsabgeordneter besonders einsetzen?

Ich möchte gerne erreichen, dass dieser Wahlkreis nicht weiter von jemandem vertreten wird, der überzeugter Anhänger von Hartz IV, der Bahnprivatisierung und des Kriegseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan ist wie Sören Bartol (SPD) . Beson- ders würde ich mich für dringend erforderliche Investitionen in ÖPNV und Schiene, die Reaktivierung von Bahnstrecken und - höfen sowie die seit vielen Jahren überfällige behindertenge- rechte Renovierung des Marburger Hauptbahnhofs einsetzen.

3.) Wenn Sie Ihre politische Arbeit der vergangenen Jahre betrachten - auf was sind Sie besonders stolz?

Über 10 Jahre lang habe ich als Stadtverodneter und Fraktionsvor -sitzender der Marburer Linken , als stellvertret. Stadtverordnetenvor- steher und Auschussvorsitzender mich erfolgreich für die Interessen der arbeitenden und sozial benachteiligten Menschen , der schwächeren Verkehrsteilnehmer , von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Als kleine Oppositionsfraktion haben wir über 40 Anträge durchbekommen, von der Zwangsarbeiterentschädigung über Zebrastreifen bis zur Verhinderung der Ausweisung einer bosnischen Schülerin. Als Neoliberalismus noch Mode war, haben wir unskonsequent jeder Privatisierung verweigert.

4.) Welche Aufgaben müssen von einer neuen Regierung dringend gelöst werden?

Zuallererst muss der tiefe soziale Riss in der Gesellschaft , den die Agenda 2010 von Schröder und Fischer , unterstützt von CDU und FDP verursacht hat, geheilt werden - Hartz IV muss auf 500 Euro erhöht, später beseitigt werden , ein großer Öffentlicher Beschäftigungs- sektor mit vollwertigen Arbeitsplätzen insbesondere im Gesundheits – und ökologischen Bereich und ein Mindestlohn von 10 Euro sind dringend erforderlich. Kinderarmut gehört beseitigt und ein Recht auf Ausbildung ins Grundgesetz. Alle Kriegseinsätze der Bundeswehr – z.B. Afghanistan - müssen zugunsten ziviler Hilfen gestoppt werden .

5.) Welchen Stellenwert hat das Internet für Ihren Wahlkampf. Welche Plattformen nutzen Sie?

Das Internet ist immer wichtiger geworden – auch für meine Generation . Dies ist die erste Internet-Plattform , die ich nutze - vielleicht, weil sie die Autorität des HR hat. Denn Rundfunk, Fernsehen und vor allem Zeitungen sind mir noch wichtiger. Alle genannten Medien können aber niemals den direkten Kontakt mit den Menschen ersetzen . Ich mache gerne viele Wege zu Fuß - da treffe und spreche ich viele interssante Menschen. Und auch die politische Auseinandersetzung verlaüft Auge in Auge zivilisierter und kultivierter. Das schätze ich.

6.) In Berlin ist die hessische Heimat weit entfernt. Was werden Sie als Bundestagsabgeordneter dort besonders vermissen?

Als Bundestagsabgeordneter würde ich vor allem die unmittelbare Rückkoppelung mit meinen WählerInnen vermissen. Daher wäre es für mich selbstverständliche alle wichtigen Entscheidungen auch in Bürgerversammlungen in meinem Wahlkreis vorzustellen und zu diskutieren – und zwar bevor ich sie fälle. Und da ich gegen die Demontage des Sozialsstaats , für eine Bürger- und gegen eine Börsenbahn und entschiedener Gegner der zunehmenden Militarisierung unserer Außenpolitik bin, hätte ich da auch keine Sorge .

7.) Mit wem würden Sie gerne einmal einen Tag tauschen? Und warum?

Eigentlich mit niemandem - wenn aber doch, dann mit Obama . Ich würde den Tag nutzen, die Truppen aus dem Irak und Afghanistan abzuberufen, ein Großteil der dort sinnlos verpulverten Milliarden in Hilfsprogramme stecken, die Terroristen und Fundamentalisten das Wasser abgraben und die anderen Mächtigen dieser Welt zu einer Konferenz einladen, die erstmals und wirklich Hunger, Unterentwicklung, Armut und Krankheit in der Welt bekämpft. Und wenn dann noch eine Stunde bliebe, dann würde ich gerne mit J.S. Bach tauschen und so einmalig komponieren wollen.


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