Henning Köster

Für Marburg: mehr Lebensqualität, keine Ausgrenzung

Marburg ist eine schöne Stadt mit toleranter und weltoffener Atmosphäre und deshalb meine Wahlheimat seit 36 Jahren Aber als Stadtverordneter sehe ich auch die Defizite:

  • Viele leiden unter dem Lärm und der Luftverschmutzung durch die Stadtautobahn. Darum haben wir einen Beschluss für Tempo 80 für PKW und Tempo 60 für LKW durchgesetzt. Jetzt werden wir darauf drängen, dass dies auch umgesetzt wird.
  • Nachhaken werden wir beim Lärmschutzplan. Zum Feinstaub hat der grüne BM Kahle bisher noch nicht einmal den von uns beantragten und vom Stadtparlament beschlossenen Bericht geliefert.
  • Als Berufspendler weiß ich, dass nicht alle Ziele pünktlich ohne das Auto zu erreichen sind. Aber als Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer erlebe ich, wie die schwächeren Verkehrsteilnehmer benachteiligt werden. Deshalb habe ich viele Anträge dazu eingebracht:
  • Die 4. Querungshilfe in der Bahnhofstraße, der Zebrastreifen in der Ketzerbach sowie die Fußgängerinsel Höhe Parkplatz Krummbogen sind Ergebnis meiner Initiativen.

In der Barfüßerstraße sollen an Samstagen PKW nicht weiter die Menschen belästigen und gefährden. Meinen von SPD/Grünen abgelehnten Antrag für eine Querungshilfe Ecke Bunsenstraße/Uferstraße werden wir erneut stellen. Weitere Tempo-30-Zonen sind auszuweisen.

Schließlich gilt es, die gefährlichen Situationen an Ampeln zu ändern, wo abbiegende Autos Fußgänger kreuzen.

Natürlich ist eine autofreie Stadt Utopie. Aber es ist nicht einzusehen, dass PKW raumgreifend und lärmend auf Kosten der Menschen, die hier wohnen, schlafen, arbeiten, einkaufen oder spielen wollen, das Stadtbild beherrschen.

Wirksamer als Verbote wäre ein attraktiver Busverkehr. Die Linke hält an ihrem Ziel einer Stadtbahn mit Anschluss nach Gießen fest.

Bislang sehen viele den ÖPNV nicht als Alternative. Es fehlen:

  • Dichtere Takte auf der Haupttrasse Bahnhof-Rudolphsplatz-Schwanallee. Fahrpläne, die den Misstand beseitigt, dass mehrere Busse gleichzeitig kommen und danach lange Wartezeiten folgen Entlastungsbusse zu Semesterbeginn.

Wichtig ist es mir auch, die soziale Ausgrenzung von Hartz IV-Empfängern abzumildern:

  • Niemand darf in Marburg aus seiner Wohnung gedrängt werden.

Bezahlbare Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sind zu erhalten:

  • Der Erhalt des Hallenbades in der Marbach ist finanziell abzusichern und die Kombi-Karte im Aquamar (Nutzung des Frei- und Hallenbadbereichs während der Sommerferien) muss erhalten bleiben.
  • Marburg hat zu wenig Freibadschwimmfläche. Ein Ausbau des 25m- zu einem 50m-Becken ist technisch möglich. Diese werde ich beantragen.

Weiterhin werde ich aktiv bleiben gegen das Großbordell. Der sog. Kleeblatt-Prozess zeigt: Es ist naiv zu glauben, so habe man die kriminellen Begleiterscheinungen von Prostitution besser unter Kontrolle. Vielmehr besteht die Gefahr, dass ein kriminelles Netzwerk neuer Qualität Einzug hält. Von Zwangsprostitution betroffene Frauen brauchen Beratung und Hilfe auch durch die Stadt.

Schließlich will ich weiterhin jeden Fall drohender Abschiebung von Mitbürgern ohne deutschen Pass aufgreifen und nach Möglichkeit verhindern, wie es im Fall einer bosnischen Schülerin gelungen ist.