Antrag der Fraktion Die
Linke. betreffend „Arbeitsgruppe zur Reform der Kreistagsarbeit einrichten“
Beschluss:
Der Kreisausschuss wird
beauftragt zusammen mit dem Kreistagsvorsitzenden einen Vorschlag für die
Besetzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Kreisverwaltung und Kreistag zu
unterbreiten, die einen Vorschlag zur Reform der Arbeit des Kreistages
erarbeiten soll. Die Arbeitsgruppe soll auch einen Vorschlag zur Straffung der
Parlamentsarbeit erarbeiten und einen Vorschlag zur Gestaltung des Prozesses
der Umstellung des Haushaltsplanes auf erweiterte Kameralistik oder Doppik
erarbeiten.
Begründung:
Verantwortungsvolle
Kommunalpolitiker müssen heute mehr als Abnicker von Verwaltungsvorlagen sein,
wenn sie ihrer Verantwortung gerecht werden wollen. Kommunalpolitik übernimmt
idealerweise mehr und mehr die Aufgabe von Prozessbegleitung, Moderation und
Kommunikation. Politik und Verwaltung müssen gemeinsam aktiv werden.
Hauptkritikpunkt an der Einführung von Elementen der neuen Steuerungsmodelle in
der Verwaltung ist die unzureichende Einbindung der kommunalen Mandatsträger.
Vor dem Hintergrund der
immer komplexeren Anforderungen an Kommunalpolitik ist ein Umdenken notwendig.
Die bisherigen Arbeitsstrukturen des Kreistages können die Aufgaben nur
unzureichend erfüllen. Viele erfolgreiche Beispiel in Gemeinden, Städten und
Landkreisen der Republik zeigen, dass ein Wandel möglich ist. Die Kommunale
Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) beschreibt die Vorteile
moderner Abläufe in der Kommunalpolitik mit den Stichworten: Mehr Transparenz,
Erkennen von Alternativen, Werte und Globalziele werden zu praktischem Handeln,
Erfolgschancen von Entscheidungen steigen, Verwaltung wird besser und einfacher
gesteuert und kontrolliert, Argumentation in der Öffentlichkeit wird
erleichtert. Als Nachteile stehen dem laut KGSt gegenüber: „Klüngeln“ wird
erschwert, Reine „Bauch-Strategien“ haben weniger Chancen, Unrealistische Ziel
werden „entlarvt“, Selbstbindung an strategische Entscheidungen werden
eingeführt, Fehlentscheidungen werden sichtbar, Handlungsdruck auch für
unliebsame Entscheidungen wird erhöht. Die Arbeitsgruppe soll die Beispiele aus
den anderen Kommunalparlamenten in der Bundesrepublik sichten und für den
Kreistag Marburg-Biedenkopf zur Entscheidung aufarbeiten.
gez.
Anna Hofmann gez. Heidemarie Boulnois