Antrag der Fraktion Die Linke. betreffend „Durchführung einer zentralen Auftaktveranstaltung für den Landkreis Marburg-Biedenkopf im Rahmen der bundesweiten Aktion: Tag der Regionen 2007“

 

Beschluss:

 

Der Kreisausschuss wird beauftragt im Rahmen der bundesweiten Aktion „Tag der Regionen 2007“ eine zentrale Auftaktveranstaltung für den Landkreis Marburg-Biedenkopf auszurichten. Der Termin der Veranstaltung ist mit den regionalen Akteuren abzustimmen.

 

Begründung:

 

Die Begründung ergibt sich aus dem folgenden Auszug aus dem Internetauftritt der Aktion „Tag der Regionen“.

 

gez. Anna Hofmann gez. Inge Sturm

 

 

Die diesjährige bundesweite Aktion „Tag der Regionen“ steht unter dem Motto „Tag der Regionen - regional und fair“. Die Idee zum Tag der Regionen entstand bei der fränkischen Regionalinitiative Artenreiches Land - Lebenswerte Stadt e.V. im Rahmen des Hand- und Landwerkerweges, der am 2. Mai 1998 unter dem Motto "Der lange Weg zu kurzen Wegen" quer durch die Bundesrepublik führte

und die vielfältigen regionalen Produkte des jeweiligen Gebietes präsentierte.

Auf Grund des großen Erfolges und der öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die in der gesamten Bundesrepublik auf regionale Produkte aufmerksam machten, entwickelte sich die Nachfolgeaktion Tag der Regionen. Im Kontakt mit der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V. aus dem westfälischen Borgentreich wurde das Projekt konkretisiert und beide Vereine richteten für die Umsetzung des ersten Tages der Regionen am 10. Oktober 1999, zunächst ausschließlich in den

Ländern Bayern und Nordrhein-Westfalen, in ihren Geschäftsräumen landesweite Koordinationsstellen ein. Der Tag der Regionen etablierte sich im ersten Jahr mit 160 Veranstaltungen. Dieser Erfolg sowie der Wunsch nach Kontinuität motivierte die AkteurInnen, den Tag in den Folgejahren jeweils fortzusetzen und in weiteren Bundesländern dafür zu werben.

 

Ab 2000 fand der Aktionstag auf Anregung der KoordinatorInnen und der beiden großen Kirchen am Erntedanksonntag statt. Mit der Verknüpfung ist es möglich das Bewusstsein um die Schöpfungswirklichkeit sowie den verantwortlichen Umgang mit Natur und Umwelt zu vertiefen und zu stärken. Aufgrund der erheblichen Stärkung, die der Tag der Regionen durch die Beteiligung der Kirchen auf Landesebene erfahren hat, soll die bisherige Kopplung an den Erntedanksonntag beibehalten werden.

 

Der "Tag der Regionen" ist ein dezentraler, bundesweiter Aktionstag. Jährlich von einer Vielzahl Verbündeter und Partner gestaltet, präsentiert er eindrucksvoll die Stärken der Region und rückt die Chancen regionaler Wirtschaftskreisläufe ins öffentliche Bewusstsein. Diese Chancen sind:

Arbeitsplätze und Lehrstellen in der Region durch dezentrale Strukturen zu sichern und die Kaufkraft in der Region zu binden vielseitig strukturierte stabile, ökologisch orientierte Klein- und Mittelstandsbetriebe zu erhalten

die Kaufkraft in der Region zu lassen und die Steuerkraft der Gemeinden zu verbessern

für Transparenz und Kontrollierbarkeit der Produkte und Dienstleistungen zu sorgen

eine schnelle Anpassung des Marktes an die Kundenbedürfnisse zu ermöglichen

eine gesunde Produktvielfalt und -qualität erhalten und Verpackungen und Konservierungsstoffe zu reduzieren

die Landwirtschaft und damit unsere gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten und für artgerechte Tierhaltung statt Agrarindustrie einzustehen

durch umweltschonende Wirtschaftsweisen auf der Fläche die Artenvielfalt zu erhalten

die Wohn- und Lebensqualität am Heimatort zu verbessern, den pfleglichen Umgang und das Miteinander in der Region zu fördern

und damit eine Umsetzung der Idee der Nachhaltigkeit auf konkrete Art und Weise auf regionaler Ebene.

 

Was will der Tag der Regionen?

 

Der "Tag der Regionen" soll die oben formulierten Aspekte des regionalen Wirtschaftens und der Nachhaltigkeit breiten Bevölkerungsschichten vermitteln. Da diese Zusammenhänge teilweise recht komplex sind, wird hierbei eine pointierte Öffentlichkeitsarbeit, die besonders einprägsame Beispiele in den Vordergrund stellt, notwendig. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen Bewusstsein für regionale umweltverträgliche Wirtschaftskreisläufe schaffen:

 

Die grundsätzlichen Aspekte des regionalen Wirtschaftens möglichst vielen Menschen vermitteln. Der Einzelne kann erkennen, wie er durch sein Verhalten, speziell durch seine Kaufentscheidung, direkt auf sein Lebensumfeld und die Lebensqualität Einfluss nehmen kann.

Vernetzung der regionalen Akteure und Organisationen:

Landwirtschaft, Handel, Gewerbe, Handwerk, Naturschutz, Kirchen, Tourismus und viele andere Gruppierungen finden ihre eigenen Interessen wieder, sie kommen vor Ort zusammen. Der "Tag der Regionen" bietet Ihnen eine Plattform für Informations-, Erfahrungs- und Ideenaustausch.

 

Regionalprojekte initiieren und herausstellen:

Beispiele für regionale Wirtschaftskreisläufe schaffen und publizieren, eigene Projekte starten. Präsentation regional wirtschaftender Betriebe und Initiativen: Förderung einer lebendigen Regionalkultur, Verstärkung der Lobby dieser Betriebe und deren überregionale Vernetzung

 

Identifikation mit der Region:

Durch die Präsentation der Stärken der Regionen soll das Wir-Gefühl der Region gefördert werden. Die Regionen sind dabei nie scharf abzugrenzen, sie erklären sich aus den Besonderheiten, die sich ableiten aus den natürlichen Gegebenheiten und aus den sozialen Verhältnissen und sind in ihrem Ausmaß von den Akteuren vor Ort festzulegen.

Der Wunsch nach Beständigkeit und Ausbreitung des Regionalwirtschaftsgedankens veranlasste die InitiatorInnen, Gespräche mit AkteurInnen anderer Bundesländer aufzunehmen. 2000 fanden mit dem Ziel einer Achse Bayern - Hessen - Nordrhein-Westfalen erste Veranstaltungen in Hessen statt.

 

2001 beteiligten sich PartnerInnen aus fast allen Bundesländern bei über 400 Festen. Um eine einseitige Ansiedlung des Themas zu vermeiden, wurde als Veranstalter ein bundesweites "Aktionsbündnis Tag der Regionen" gebildet, dem ein möglichst breites Spektrum von Verbänden angehört und das nach Außen auftritt.

 

Dieses Aktionsbündnis wurde am 10. Januar 2002 in Berlin bei einem Festakt offiziell gegründet. Die einzelnen Aktionsbündnispartner treten als Unterstützergruppen auf. Dies sind bundesweit, mindestens landesweit organisierte Gruppen. Das Aktionsbündnis dient auch und vor allem dazu, in der Öffentlichkeit zu demonstrieren, dass hinter der Regionalbewegung positiv besetzte Verbände und Institutionen stehen. Diese tauchen auf Werbeträgern auf und sind insofern auch Teil der Marketingstrategie.

 

Derzeit gehören 31 Organisationen zum Aktionsbündnis.

Die zwei Sprecher des Aktionsbündnisses sind Heiner Sindel, der Vorsitzende des Vereins Artenreiches Land - Lebenswerte Stadt und Sven Mindermann, der Geschäftsführer der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal.

In zehn Bundesländern arbeiten Personen bzw. Vereine, zum Teil im Ehrenamt an der Koordination des Aktionstages auf Länderebene. Die beiden Bundesgeschäftsstellen in Borgentreich und Feuchtwangen werden von der Rentenbank gefördert. In den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen gibt es nach wie vor jeweils ein eigenes Aktionsbündnis.

 

Seit 2002 steht der bundesweite Aktionstag unter dem Motto "…wurzeln in einer globalisierten Welt", um das Spannungsfeld zwischen Regionalisierung und Globalisierung zu betonen. Dabei geht es nicht um regionale Abschottung, sondern um ein globales Miteinander unter dem Motto "Global denken, lokal handeln". Der Tag der Regionen will durch die Präsentation der Stärken und Einzigartigkeiten der Regionen das Wir-Gefühl und die Vielfalt in der Region fördern.

Entwicklung der Anzahl der Veranstaltungen

2006 ca. 1.000 Veranstaltungen bundesweit

2005 ca. 900 Veranstaltungen bundesweit

2004 ca. 800 Veranstaltungen bundesweit

2003 ca. 700 Veranstaltungen bundesweit

2002 ca. 550 Veranstaltungen bundesweit

2001 ca. 400 Veranstaltungen in fast allen Bundesländern

2000 ca. 250 Veranstaltungen Bayern, NRW, Hessen

1999 ca. 180 Veranstaltungen Bayern und NRW