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Porträt Pit Metz

Oberbürgermeister-Wahl am 30. Januar

Pit Metz
OB-Kandidat der
PDS/Marburger Linke


"Mehr Gewicht in die linke Waagschale"

Interview mit Pit Metz, Oberbürgermeisterkandidat der PDS/Marburger Linke

Warum tritt die PDS/Marburger Linke bei der Oberbürgermeisterwahl am 30. Januar an?

Man müsste eher fragen: Warum sollten wir nicht antreten? Die PDS/Marburger Linke macht gute Oppositionsarbeit. Wir sind in sozialen und in Kultur-Initiativen, in der Gewerkschaftsarbeit und in antifaschistischen Bündnissen aktiv. Wir sehen keinen anderen Kandidaten, der z.B. solche Bündnisse uneingeschränkt unterstützt. Das schlug sich bislang in guten Ergebnissen nieder: Wenn man sich die Resultate der Europawahlen anschaut, haben wir in Marburg das beste PDS-Ergebnis einer Stadt im Westen erzielt. Daraus erwächst auch eine gewisse Verpflichtung. Und die Chancen, in einer aufmerksamer zuhörenden Öffentlichkeit, seine Positionen zu vertreten, schlägt man auch nicht leichtfertig aus.

Welche Rolle spielen andere Faktoren?

Meine Kandidatur wird verhindern, dass sich die Debatten zwischen den Kandidaten darauf beschränken werden, wer den besseren neoliberalen "Sachverstand" aufweist. Ohne uns würde auf der Linken nur SPD-Bürgermeister Egon Vaupel, der gemeinsame Kandidat von Sozialdemokraten und Grünen, gegen drei Kandidaten der Konservativen und der Bürgerlichen antreten. Wir können also dazu beitragen, dass er nicht allzu weit in die Mitte rutscht.

Mit welchem Ergebnis rechnest Du?

Angesichts der gegenwärtigen Stimmung müsste es eigentlich mit dem Teufel zugehen, wenn wir unsere bisherigen Ergebnisse nicht toppen würden. Mindestens für den ersten Wahlgang gilt: Soviel Stimmen für Pit Metz wie irgend möglich. Jede Stimme für uns legt mehr Gewicht auf die linke Waagschale der Kommunalpolitik der nächsten Jahre. Wir wissen von vielen enttäuschten grünen und sozialdemokratischen Wählerinnen und Wählern. Diesen Menschen bieten wir eine Möglichkeit, ihren Unmut auch bei der Oberbürgermeisterwahl in eine Stimme, die wahrgenommen wird, zu wandeln.

Mit welchen Schwerpunkten gehst Du in den Wahlkampf?

Die Themen liegen auf der Straße. Unsere programmatischen Antworten stehen. Hauptgewicht liegt auf dem Thema Sozialabbau. Hartz IV ist ein Dauerbrenner, der die WählerInnen auch nächstes Jahr beschäftigen wird. Parallel dazu sind wir aktiv gegen Lohndumping, gegen Out-Sourcing von öffentlichen Betrieben wie z.B. bei der Altenstiftung St. Jakob und gegen die nächste Sparrunde in der anstehenden Haushaltsdebatte. Gerade beim Sozial- und Kulturetat vertreten wir als einzige Fraktion die Forderung nach Bereitstellung zusätzlicher Mittel.

Hilfreich ist auch unsere Kreisfraktion, die z.B. gegenwärtig versucht, ein Sale-and-Lease-Back-Geschäft zu verhindern, bei dem durch den Verkauf aller Kreisgebäude Erbengemeinschaften Steuervorteile zugeschanzt und dem Kreis ein paar Millionen eingespart werden sollen.

Habt Ihr keine anderen Themen?

Doch schon. Ganz aktuell ist z.B. das Verhalten des Magistrats bei der Genehmigung einer Neo-Nazi-Demo am 23. Oktober entgegen eines Stadtparlamentsbeschlusses. Aber angesichts der Zumutungen, die die neoliberale Politik den Menschen aufbürdet, müssen wir vor allem auf diesem Gebiet gegenhalten.

Das hat auch mit meinen eigenen beruflichen und politischen Engagements zu tun. Ich bin Mitglied im DGB-Ortsvorstand und Betriebsratsvorsitzender der Blindenstudienanstalt. Das heisst natürlich nicht, dass ich bei anderen Fragen kneifen müsste. Wir haben durchdachte Positionen, was die Bereiche Verkehr, Energie und Stadtentwicklung angeht.

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