Fraktion PDS/Marburger Linke in der Stadtverordnetenversammlung
Antrag, eingereicht am 16.09.2004

Humanisierung der B3 A

Der Magistrat wird aufgefordert, endlich ein Konzept zu entwickeln, wie die autobahngleiche B 3a durch Marburg in ihrer unerträglichen, insbesondere lärmintensiven und damit gesundheitsschädlichen Wirkung auf große Teile der Marburger Bevölkerung sowie ihre entwicklungshemmende Wirkung auf ganze Stadtgebiete wie die Nordstadt, in die Schranken verwiesen werden kann.

Vorbereitende Schritte hierzu müssen sein:

  • Eine umfassende mit entsprechenden Haushaltsmitteln abgesicherte Bestandsaufnahme der unterschiedlichen Lärmimmissionswerte differenziert nach Wohn- und Arbeitsplatzschwerpunkten im Gesamtverlauf der Trasse durch das Marburger Stadtgebiet.
  • Eine Analyse der Minderung von Wohnqualität und Immobilienwerten in den verschiedenen Stadtteilen aufgrund der Lärmbeschallung durch die B 3a.
  • Ein öffentlichkeitswirksames Expertenhearing für einen bundesweiten Vergleich der Qualität und der Kosten von Lärmschutzmaßnahmen entlang vergleichbarer innerstädtischer Fernverkehrsstraßen, die – wie etwa in Aschaffenburg – weitergehender als in Marburg sind und vorbildhaft sein könnten.
  • Die vorurteilsfreie Neubewertung der positiven Wirkung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Rückbaumaßnahmen auf der B 3a innerhalb des Stadtgebietes.

Begründung:
Der aktuelle Vorstoß auf Landesebene macht deutlich, dass die bereits unerträgliche Lärmbelastung durch das gewaltige Verkehrsaufkommen auf der B 3a ignoriert wird. Dies ist nur möglich, weil das Problem in der Marburger Öffentlichkeit nicht wirksam thematisiert wird und die Politik untätig bleibt.

Es ist daher mehr als dringlich, die resignative Lethargie gegenüber der größten Bau- und Entwicklungssünde der Marburger Nachkriegsgeschichte zu beenden und konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen zu unternehmen, die im großen Gebiet wohnen, arbeiten, studieren und einkaufen, das durch die B 3a verlärmt wird.

Henning Köster / Peter Metz

Der Antrag wurde während der Stadtverordnetenversammlung am 17.09.2004 zurückgezogen.